Der Erstpilger



Alljährlich stellt er sich die Frage:
Was mache ich in meinem Urlaub,
lieg' ich am Strand, bin faul und schlafe,
nachts in die Disco - voll und laut?


Dann hört er was von dem Camino,
liest HaPes Buch, auch Carmen Rohrbach,
Shirley Mclaine und Paulo Coelho,
ist interessiert und wird hellwach.


Genau! Das ist es was er will,
aufbrechen will er seine Kruste,
Selbstdisziplin und etwas Drill,
Grenzerfahrung für Herz und Puste.


Wo soll ich starten?
Wie dahin kommen?
Was muss ich packen,
- wird mitgenommen?


Es stellen sich sehr viele Fragen,
zu Rucksack, Kleidung, Wanderschuh',
was ist, wenn mich die Blasen plagen?
Vorbei ist es mit seiner Ruh'.


Im Internet wird jetzt gegoogelt,
das Netbook nimmt er mit ins Bett,
im Wechsel mal geplant - geduselt,
bis wieder dann ein "Blitz" ihn weckt.


So läuft das über viele Wochen,
bis endlich der Tag X sich naht,
zur Freude kommt die Angst gekrochen,
Selbstzweifel plagen Tag für Tag.


Nun gibt es aber kein Zurück,
gespannt steht er am Start vor Ort,
wirft hinter sich den letzten Blick,
ist jetzt in Saint-Jean-Pied-de-Port.


Wird hier von Euphorie getragen,
vom Pilgervirus infiziert,
der Alltagsdruck - wie weggeblasen,
ein neuer PILGER ist gekürt. 

Buen camino
Gerhard      


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Gratuliere, genau so fühle ich mich gerade. Das Gedicht spricht mir aus dem Herzen und ich hoffe dass ich Anfang März ein neuer Pilger bin.
Liebe Grüße
Uschi*

Anonym hat gesagt…

Hallo, schönes Gedicht, spricht auch mir gerade aus der Seele, werde Ende März losgehen und stehe noch zwischen Hoffen und Bangen.
Der Weg zeigt einem wo es langgeht?
Grüße
Blühmchen

Anonym hat gesagt…

Momentan rutscht mir auch das Herz ein wenig in die Hose und ich habe das Gefühl an einer Klippe zu stehen, aber shietegol, wat mutt dat mutt!
Meine Heiligen und "der da oben" werden mir schon beistehen.
(Oh Mann, dabei bin Evangele ;o) )
DermitdemFischtanzt

Andre hat gesagt…

Hallo Gerhard ......

Danke für deine Seite auf die ich bereits wieder schaue .....Ich bin vomm 02. Juli bis 13 Juli 2009 den Weg bis Burgos vorerst gelaufen.....und hoffe dieses Jahr bis Santiago weiter gehen zu können... Deine Seite mit den Berichten, den Bildern und vielen guten Infos wecken in mir echt wieder die Sehnsucht mich auf den Weg zu machen .......Es war und ist eine tolle Erfahrung im Leben und wer den Weg und seine Besonderheit einmal erleben durfte der ist infiziert und kommt vom Camino Fieber nur schwer wieder los....In diesem Sinne mache ich mich bald wieder auf dem Weg ......Buen Camino Justin-Andre

Anonym hat gesagt…

Ich will nach Ostern starten und fühle mich z.Zt. hin und her gerissen. Fühle mich nicht fit, bin erkältet. Aber er ist im Kopf, der Weg und ich will ihn gehen und komme an, so Gott will.
Bin an einem Scheideweg, mein Mann verstorben, der mitgehen wollte und ich jetzt in der arbeitsfreien Zeit der Altersteilzeit. Der Weg soll mir helfen, meinen Weg zu finden.
Buen Camino!
Notburga

Gerhard Brüstle hat gesagt…

@Notburga,

Dein Kommentar macht traurig, auch wenn man sich nicht kennt. Gehe den Jakobsweg dennoch, lass dir die nötige Zeit, die Du brauchst, dein Mann begleitet dich in deinen Gedanken. Es wird Dir gut tun und bei der Verarbeitung helfen.
Buen camino
Gerhard

Anonym hat gesagt…

Gutenmorgen,herzlichen Dank für Ihre Website,ist absolut super die Beschreibungen,die Information für die Anreise usw.-nun fühle ich mich fit für Spanien.Die Schweiz und Frankreich durfte ich letztes Jahr erwandern und am 5. April reise ich mit dem Bus ab Bern bis Spanien und dann gehts wieder los.Ich freue mich sehr und sende Ihnen liebe Grüsse aus Bern-Ursula

Anonym hat gesagt…

Lieber Gerhard,

herzlichen Dank für Deinen Trost.
Hoffe sehr, daß der Weg mir Hilfe ist.

Viele Grüße
Notburga

Monika hat gesagt…

Hallo Gerhard bzw.Notburga werde den Jakobsweg jetzt am 21.April 2011 starten.Freue mich schon sehr darauf,es ist mein Weg den ich gehen muß,liebe Notburga ich schicke dir meinen persönlichen Kraftengel ich teile das gleiche Schicksal mit dir,alles liebe glg monika

leguana2006 hat gesagt…

Hallo Gerhard, bin sozusagen im 5ten Vers deines PilgeraufbruchGedichts. Mache mich im Netz schlau und, da ich mit Kleinkind (bald 3Jahre alt) pilgern möchte, sich Ängste auftun, bin ich über Dein Gedicht sehr erbaut. Hab keine Angst wegen meines Kleinem, wenns Mama gut geht geht es den Kindern auch gut. Aber erstmal den Schritt wagen mit Zelt und nur dem Nötigstem auf eine lange Pilgerreise zu gehen...da danke ich so aufbauenden Berichten wie den deinem: Zitat: "Alltagsdruck - wie weggeblasen, ein neuer Pilger ist gekürt." In unserem Fall bald zwei...Klein und Gross komm ganz gross raus - im Herzen bauen wir ein Gotteshaus...
Werden jetzt mit den nächsten Versen weitermachen.
Dir noch herzlichen Dank,
viele liebe grüsse aus Hamburg von Rashid und Mama

Anonym hat gesagt…

Hallo Gerhard, hab schmunzeln müssen über dein Gedicht...........es spricht mir aus der Seele..........bin gerade selber am Notebook angelangt...........deine Seite ist sehr gut.
lg Bine

Marion hat gesagt…

Hallo Gerhard, ich habe gestern meinen Flug gebucht und werde am 2.9....an meinem Geburtstag, in Burgos loslaufen...!
Deine Seite hat mir über viele Wochen Hilfestellung bei vielen Fragen und Ängsten gegeben und immer wieder Euphorie geweckt.
Nun habe ich nach vielen Hin und Her den ersten entscheidenden Schritt gemacht.

Danke sagt Marion
...und buen Camino

Gerhard Brüstle hat gesagt…

Hallo Marion, ein tolles Geschenk machst Du dir da zum Geburtstag und ich wünsche Dir, dass Du den ganzen Camino als beglückendes und unvergessliches Geschenk erleben und erfahren darfst.
Buen camino, Gerhard

ariadne hat gesagt…

lachend sitze ich vor dem bildschirm, nachdem ich diese seite auf guten tip hin gefunden habe. danke und ich freu mich jetzt dieser gemeinschaft anzugehören. im mai gehts zum 1. mal auf den jacobsweg und viele hier sprechen mir aus dem herzen. wie toll!

Anonym hat gesagt…

Keine zwei Wochen mehr- wo vorher noch Begeisterung war, ist jetzt blanke Panik. Vielleicht muss das so sein- so eine Art Katharsis, um dann "wie neugeboren" den Weg zu beginnen. Es bleibt die Hoffnung, auf diesem Weg nicht allein zu sein in der Menge der Mit-PilgerInnen; auch dann, wenn der Weg zum Nächsten mir schwieriger erscheint als der gesamte camino. Vielen Dank für Deine Worte- sie machen Mut.

Tom